Urlaub im Wankendorfer Seengebiet

Erdgeschichte

Erdgeschichte

Erstellt von Herrn Christan Baer Wankendorf

Die Erdgeschichte des Wankendorfer Seengebiets und Bornhöveder Amtsbereich.
Die Geschichte des Wankendorfer Seengebiets beginnt vor etwa 20 000 Jahren inmitten der Eiszeit. Mächtiges Inlandeis bedeckt ganz Skandinavien, erfüllt das Becken der Ostsee und erreicht schließlich auch Norddeutschland. Das Zentrum dieses Eispanzers ist über zwei Kilometer dick. Über Wankendorf, in der Nähe des Eisrandes, liegen immerhin bis dreihundert Meter Eis.
Die heutige Siedlung um Wankendorf steht auf den Ablagerungen der Wechseleiszeit, der letzten der drei Eiszeiten, die Norddeutschland erreicht haben. Während der Wechseleiszeit stieß das Eis insgesamt fünfmal bis nach Schleswig- Holstein vor. Die Landschaft Wankendorf und Umgebung wurde während des zweiten und dritten Vorstoßes geschaffen.
Der zweite Vorstoß ist der älteste von beiden, er reichte von Norden kommend bis auf der Linie Grimmelsberg – Bornhöved – Gönnebek. Er wird daher auch Gönnebek – Vorstoß genannt. Für einige Jahre mag der Eisrand so gelegen haben. Nachschub und Abtauen hielten sich die Waage. Dann ließ die Schubkraft des Gletschers nach und die Eismasse blieb unbeweglich liegen. Der gesamte Bereich der Wankendorfer Seenplatte lag nun unter sogenanntem Toteis, das in der Folgezeit langsam taute. Während der Sommermonate konnte es auch in der Eiszeit durchaus warme Tage geben. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag bei ein paar grad über Null. Dennoch konnten Jahrhunderte vergehen, bis das Toteis vollkommen aufschmolz. Soweit sollte es auch gar nicht kommen, denn das Eis nahm wieder Fahrt auf, der dritte Vorstoß begann.
Dieser Vorstoß hat seinen Namen nach Blumenthal bei Bordesholm erhalten. Er hätte aber genauso gut auch Wankendorfer Vorstoß heißen können, die gleiche Eisrandlage, die man bei Blumenthal findet, kann man bis ins Wankendorfer Gebiet verfolgen. Und übrigens auch darüber hinaus. Denn die älteste Eisrandlage ist die Haupteisrandlage und kann um das gesamte Vereisungsgebiet verfolgt werden. Wenn man die Straße Richtung Depenau geht, beginnt unmittelbar nach dem Ortsschild eine Anhöhe. Diese Anhöhe ist die Eisrandlage. Hier lag der Gletscherrand über einen längeren Zeitraum, das heißt, dass das Nachrücken und das Abschmelzen in gleicher Geschwindigkeit abliefen. Der mittransportierte Schutt des Gletschers blieb jedoch an der Eisrandlage liegen und bildete eine sogenannte Endmoräne. Der gesammte Bereich im Wankendorfer Seengebiet und Bornhöved ist diese Endmoräne.
Während der aktive Eisrand die Endmoräne in unserem Gebiet entstehen ließ, war der gesamte Bereich südlich davon bis zum Maximalrand des Gönnebek-Vorstoßes noch mit Toteis bedeckt. Schmelzwasser des aktiven Eises mussten sich also einen Weg durch diese Toteismassen bahnen und taten dies auch.
In und unter einem Gletscher sammelten sich in Spalten und Rissen Wasser aus verschiedenen Quellen. Schmelzwasser, Regenwasser und Grundwasser. Wenn die Wassermenge zu groß wird, bricht sie aus dem Gletscher hervor und ergießt sich ins Vorland. Die Stelle, an denen ein solcher Wasserstrom den Gletscher verlässt, nennt man Gletschertor. Die Gletschertore findet man in unregelmäßigen Abständen von mehreren Kilometern als Vertiefungen in den Endmoräen. Im Wankendorfer Seengebiet findet man solches Gletschertor. Die Talung der Depenauer Mühle ist eines. Hier floss in einem gigantischen Strom Wasser aus dem Gletscher in Richtung Süden. Hier musste es durch das Toteis des zweiten Vorstoßes hindurch bis zum Trappenkamper Sander. Schmelzwasser hat ein charakterisches Sediment , die so genannten Schmelzwassersande und –kiese. Diese Sedimente lassen sich auf dem ganzen Weg des Wassers von der Depenauer Mühle – Stolper See, Schierensee, Fuhlensee, Schmalensee, Bornhöveder See bis nach Trappenkamp finden. Wer einen Blick auf die Geologische Karte wirft, stellt fest, dass sich diese Schmelzwasserablagerungen zusätzlich rund um die Seen befinden, aber auch auf einem Nivou von zehn bis zwanzig Meter über den Meeresspiegeln. Wie kann das Wasser diesen Weg genommen haben?
Rund um die Seen lag Toteis. Die Schmelzwasser mussten da herum. So wurden die Schmelzwassersanden am Rande der Seen abgelagert.
Der Depenauer Gletscher im Wankendorfer Seengebiet hatte jedoch nur kurze Zeit existiert. Schon während des vierten Vorstoßes nahm das Schmelzwasser einen anderen Weg. Die letzte Prägung hat das Wankendorfer Seengebiet mit dem Beginn der Warmzeit vor etwa Zehntausend erhalten. Jetzt schmolzen die letzten Eisreste auf die Vertiefungen der Seen über die Alte Schwentine in die Schwentine und dann in die Kieler Förde.
Mit der Warmzeit kehrte auch der Wald zurück und vor allem auch der Mensch, der nun immer stärker in die Landschaftsgestaltung eingreift. Er schuf aus der Natur- eine Kulturlandschaft. Dennoch prägen die wechseleiszeitlichen Formen das Bild des Wankendorfer Seengebiets und Bornhöved. Aber wie lange? Geologen und Klimaforscher sind sich einig: Die nächste Eiszeit kommt bestimmt. Allerdings ist erst in 80 000 Jahren wieder mit Gletschern in unserer Landschaft zu rechnen. Bis dahin können wir die wunderbare Umgebung genießen.

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